Sonntag, 31. Januar 2016

{Buchvorstellung} Schwesterherz

Ich liebe die italienische Küche. Wer nicht? Pizza und Pasta stehen bei den meisten Deutschen sehr hoch im Kurs und das aus gutem Grund, denn richtig gutes italienisches Essen ist einfach köstlich. Das Kochbuch "Schwesterherz"* verspricht nicht nur gute italienische Rezepte, Emma Herast und Sarah Krathen behaupten auch, dass es sich hier um die heisseste italienische Küche jenseits von Neapel handelt.  

Schwesterherz - Die heißeste italienische Küche jenseits von Neapel
Emma Hearst/Sarah Krathen


Edition Fackelträger
24,99€
Gebundene Ausgabe, 240 Seiten

"Appetitanregende Foodfotos, unvergessliche Anekdoten und der Blick hinter die Kulissen zeigen, wie es zwei junge Frauen mit ihren funkelnden Persönlichkeiten und einer mitreißenden Mischung aus Tradition und Innovation geschafft haben, die klassische italienische Küche zu bewahren, aber gleichzeitig in die heutige Zeit zu transportieren. Hausgemachte Pasta, Salate, Fleisch- und Fischgerichte, raffinierte Cocktails und leckere Desserts: Emma Hearst und Sarah Krathen begeistern mit einer außergewöhnlichen Auswahl von mehr als 120 authentisch italienischen Rezepten."

Mehr Infos zum Buch findet ihr HIER*. 

Inhalt

Cocktails

Qualcosina

Un Po Di Pasta

Stasera Abbiamo

Contorni

Dolci & Pani

Eingemachtes & Basics  

Versprochen wird die heißeste Küche Italiens. Das heißt nicht, dass man in diesem Kochbuch besonders viele scharfe Rezepte findet, sondern das die attraktiven Kochbuchautorinnen eine große Rolle in diesem Buch spielen. Das erste, was einem beim Durchblättern dieses Kochbuchs nämlich auffällt, ist, dass die Autorinnen eine große Rolle spielen und oft im Buch zu sehen sind. Ob in Highheels oder knapp begleidet beim mit einem Stück Kanninchen in der Hand. Sex sells. Anscheinend auch in der Kochbuchbranche. 

Muss das sein? Für mich nicht, denn ich interessiere mich eher für die Rezepte. Störend finde ich es nur, wenn man anstatt eines Rezeptbildes ein Bild der Autorinnen neben dem Rezept findet. Ich finde ein Rezeptbild immer wichtiger.


Konzentriert man sich auf die Rezepte, findet man in diesem Buch wirklich schmackhafte, italienische Rezepte. Besonders gefällt mir, dass man nicht das 100. Rezept für Tomatensoße, Lasagne oder Pesto in diesem Buch findet, sondern wirklich mal neue, moderne Rezepte eine Rolle spielen.

Beispielrezepte:

Gefüllte Meatballs mit karamellisierten Zwiebeln und Rucola

Seesaibling mit in Tomatensoße geschmorten grünen Bohnen und Speck mit Senfglasur

Birnen Crostata mit würzigem Karamell-Sirup und kandierten Pistazien

Jakobsmuscheln mit Pastinakenpüree, kandierter Grapefruit und knusprigem Prosciutto

In Cider marinierte Schweinekoteletts mit geräucherter Kirschtomatenvinaigrette, Oliven-Kartoffelpüree und Knoblauch-Chips


Wie man schon an den Beispielrezepten sieht, sind die Rezepte sehr ambitioniert und bestehen häufig aus mehreren, einzelnen Komponenten. Die Rezepte sind also eher nicht für Kochanfänger geeignet. Um z.B. eine Entenkeule zu confieren, sollte man schon etwas geübter in der Küche sein. Nichtsdestotrotz klingen die Rezepte köstlich!

Die Rezepte sind ausführlich beschrieben und werden in den meisten Fällen von einem appetitanregendem Rezeptbild begleitet. Die Zutaten sind teilweise sehr speziell z.B. Apfelholz-Räucherspäne oder scharfe Cacciatorini und daher schwer im Supermarkt zu bekommen. Eine Alternative ist aber häufig angegeben.


Angaben zu Zubereitungszeiten o.ä. sind leider nicht vorhanden, dafür gibt es zu jedem Rezept einen kurzen Einleitungstext indem man wichtige Hinweise zum Rezept findet. 

Am Ende des Buches findet man vorallem nochmal wichtige Grundrezepte z.B. Hühnerbrühe, Demi-Glace von Kalb oder Aioli.


Die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr gut. Es ist modern, aber trotzdem sehr übersichtlich gestaltet.
 Testrezepte

Zwei Rezepte habe ich bereits zur Probe nachgemacht.


Das erste Testrezept war das Mandel-Spritzgebäck von Seite 203

Wie man schon auf dem Bild sieht, ist das Rezept total gefloppt, denn wie Spritzgebäck sieht das nun wirklich nicht aus. Ich habe mich genau an das Rezept gehalten und vor dem Backen sahen die Kekse auch aus wie Spitzgebäck. Die Mitte der Kekse habe ich mit etwas Marmelade gefüllt. Beim Backen lief dann alles auf dem Blech außeinander und geblieben sind mir dünne Teigfladen. Schade! Ob es an mir oder dem Rezept lag, weiß ich nicht. Was auffällt ist aber, dass der Mehlanteil gegenüber dem hohen Butter und Eianteil sehr niedrig ist.


Das zweite Testrezept war das Buttermilchgelato von Seite 207

Dieses Rezept wiederum gelang mir sehr gut. Obwohl ich keine Buttermilch mag, schmeckt auch mir das Eis sehr gut. Durch die Buttermilch und den Zitronensaft schmeckt das Eis sehr erfrischend, obwohl es ein Sahneeis ist. Auch nach ein paar Wochen im Tiefkühler ist das Eis noch schön cremig. Top Rezept!







Fazit

So unterschiedlich wie die Testrezepte gelungen sind, so hin- und hergerissen bin ich auch bei diesem Kochbuch. Die Rezepte finde ich kreativ und neu und machen Lust auf mehr. Leider sind die Rezepte sehr aufwendig und die Autorinnen mir etwas zu präsent (zu Lasten der Rezeptfotos). Ein wirliches Urteil kann ich nicht fällen. Schaut es euch einfach selber mal an. Ich werde weitere Rezepte testen und berichten.

Was haltet ihr von diesem ungewöhnlichen italienischen Kochbuch?

Ich wünsche euch noch eine tolle Woche!

Wir sehen uns, wenn es wieder heißt:

Neuigkeiten aus meinem Bücherregal ;-)  

*Amazon Partner Link
Hinweis: Das Buch wurde mir vom Fackelträger Verlag zur Rezension zur Verfügung gestellt.  

1 Kommentar:

  1. Hallo Maria,

    wer einmal die echte neapolitanische Küche probiert hat, der weiß, dass es nahezu unmöglich ist, die Rezepte hier nachzukochen. Einfach aus dem Grund, weil die entsprechenden Zutaten hier zu Lande nicht zu bekommen sind... Es geht schon los mit Zucchininlüten, die kann man in Italien auf dem Markt kaufen ohne Ende.... Diese Blüten geschmort in Olivenöl mit Pasta ... Ein Gedicht! Oder frittiert in einem Teig....Polpete al pomodoro... Klar, kann man hier auch kochen, aber es schmeckt nicht original italienisch...
    Ich bin ein absoluter Fan der italienischen Küche, ich koche auch viel Italienisch als halbe Italienerin, aber es ist geschmacklich nie so lecker wie von der Nonna oder Zia gemacht.
    Denn die echte italienische Küche benötigt nicht viel Schnickschnack, weniger ist mehr und aus ein paar wenigen aber guten Zutaten kochen dir die Mama's und Oma's so ein tolles Essen, das vergisst man nie ;-)
    Mein Fazit, ich liebe Kochbücher, aber bisher konnte mich keines, bis auf das Buch von Antonio Carluccio überzeugen.
    Ich stimme dir voll und ganz zu, ein Kochbuch ist ein Kochbuch und benötigt kein Sexapeal, wichtig sind gute und nachvollziehbare Bilder der Rezepte. Trotzdem finde ich es schön, dass du das Buch vorgestellt hast. Ich habe es selber schon mal in einem Bauchladen durchgeblättert und meinen Geschmack hat es nicht getroffen. Ich bin aber auch kein Maßstab, denn in meinem Gehirn sind nun mal die Leckereien von meiner Oma aus Italien eingebrannt :-)
    Hab noch einen schönen Tag, auch bei diesem miesen und kaltem Wetter.

    LG Anita

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Maria