Mittwoch, 27. November 2013

Die Küchenflüsterin über die süßen Seiten des Lebens: Haselnuss-Schokoladen-Torte

Ich liebe ja die süßen Seiten des Lebens mehr als jeder andere und finde es daher furchtbar, dass so ein köstliches, genussvolles Stück Schokoladentorte immer auch eine kleine Sünde ist. Kann dieser Traum aus einem saftigen Nussboden mit seiner cremigen Schokofüllung nicht einfach ein Genuss ohne Reue sein?

Und dann denke ich auch oft an die armen Menschen, die aufgrund von Allergien oder Unverträglichkeiten überhaupt nicht in den Genuss solcher Köstlichkeiten kommen können, da so eine Torte ja nie ohne Zucker (betrifft Diabetiker) oder Mehl (bei Glutenunverträglichkeiten) auskommt, oder?


Doch das geht sage ich! Könnt ihr vorstellen, dass ich diese köstliche Schokoladentorte ohne Zucker und ohne Mehl gebacken habe? Damit enthält die Torte nur sehr wenig Kolehydrate und ist somit Low Carb und ist für Diabetiker und Menschen die auf Weizenprodukte oder Gluten verzichten bestens geeignet!

Wie ich das gemacht habe?

Ich habe mich in letzter Zeit viel mit dem Thema Backalternativen auseinander gesetzt. Backen ohne Mehl? Ohne Zucker? Ich finde dieses Thema ziemlich interessant und möchte meine Erkenntnisse gerne mit euch teilen, denn es ist gar nicht so schwer ohne diese Backzutaten auszukommen. 

Doch was ist nun drin in der leckeren Schokotorte? Den Haselnuss-Tortenboden habe ich mit gemahlenen Haselnüssen, Eiern und Xucker gebacken. 

Nüsse sind eine wunderbare Backalternative, denn sie enthalten kein Gluten und viele gesunde Fette. Außerdem erhöhen sie den Blutzuckerspiegel nicht und sind damit auch gut für Diabetiker geeignet. Zum Backen kann man gemahlene Nüsse nehmen oder Nussmehle. Bei Nussmehlen handelt es sich um sehr feines, entöltes Mehl aus Nüssen, welches bei der Nussölherstellung übrig bleibt. Nussmehle sind im Gegensatz zu gemahlenen Nüssen also zum größten Teil entfettet und ähnelm normalem Mehl.

Um den Zucker zu ersetzen gibt es mittlerweile viele Alternativen. Stevia ist wohl die Bekannteste. Das Pulver das aus den Blättern der Stevia Pflanze gewonnen wird, ist natürlich, hat keine Kalorien und hebt den Blutzuckerspiegel nicht an, sodass es für Diabetiker wunderbar geeignet ist. Außerdem bekommt man es in vielen Supermärkten. Der Nachteil ist, dass Stevia (je nach Marke, da gibt es viele Unterschiede) teilweise einen unangenehmen Nachgeschmack hat und schwer zu dosieren ist. Außdem fehlt beim Backen hier oft das Volumen, dass richter Zucker einem Kuchen gibt. Stevia wird auch häufig mit Zucker gemischt, dass ist für die Hersteller billiger, aber für Diabetiker nicht mehr geeignet. Also Augen auf beim Stevia-Kauf. 
Dann gibt es noch andere Zuckerersatzstoffe, wie Xucker oder Sukrin, die natürlich sind, dem Kuchen aufgrund ihrer Zuckerähnlichen Struktur das gewünschte Volumen geben und auch für Diabetiker oder Low-Carbler gut geeignet sind. Mit diesen beiden Zuckerarten habe ich in letzter Zeit viel rumexperimentiert.

Die leckere Schokocreme ist aus Sahne, sehr dunkler Zartbitterschokolade (über 80% Kakaoanteil) und Xucker gemacht. Viele von euch wissen sicher, dass hochwertige Zartbitterschokolade immer eine sehr gute Backalternative ist, da sie wenig Zucker enthält, aber viel Geschmack und Kakao.


Es gibt noch unendlich viel zu diesem Thema der Backalternativen zu schreiben. Heute wollte ich euch erstmal einen kleinen Einblick in das Thema geben. In der nächsten Zeit werdet ihr noch viele Beiträge zu diesem Thema lesen können, in denen ich genauer auf die einzelnen Zutaten, wie Xucker, Sukrin, Nussmehle und Backen mit Mehlalternativen eingehen werde.

Die Torte enthält keinen Zucker und kein Mehl, aber natürlich auch einiges an Eiweiß und Fett. Ich möchte nicht behaupten, dass man mit den Backalternativen jetzt jeden Tag eine halbe Torte zum Frühstück vernaschen kann (schön wärs, oder?) aber sie ist eine kleinere Sünde, als eine "echte Schokotorte". Vielleicht probiert ihr es ja mal aus! Sie war wahnsinnig lecker!

Hier kommt das Rezept:

Haselnuss-Schokoladen-Torte
(für eine 20er Torte)

Für den Haselnussboden
4 Eier
Mark einer 1/2 Vanilleschote
60g Xucker
125g gemahlene Haselnüsse

Für die Schokoladencreme
400ml Sahne
100g 80%ige Zartbitterschokolade(z.B.von Sarotti)
100g Xucker 

Für die Dekoration
Zartbitter-Schokoladenornamente (z.B. von Dr. Oetker)
gemahlene Haselnüsse

Den Backofen auf 170°C Umluft (alternativ Ober-/Unterhitze) vorwärmen.
Für den Haselnussboden die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Das Eigelb in einer Schüssel mit dem Xucker und dem Vanillemark 3-4 Minuten schaumig schlagen. Die gemahlenen Haselnüsse unter die Eigelbmasse rühren und vorsichtig den Eischnee unterheben, sodass eine luftige Masse entsteht.
Den Teig in eine gefettete 20cm Springform füllen und im Backofen etwa 30 Minuten backen (Stäbchenprobe!). Anschließend den Kuchen auskühlen lassen, aus der Form lösen und einmal waagerecht aufschneiden.

Für die Schokoladencreme die Schokolade grob zerbrechen und in einem Wasserbad schmelzen. Anschließend die Schokolade etwas abkühlen lassen.  Die Sahne mit Xucker steif schlagen. Die etwas abgekühlte Schokolade zügig unter die Sahne rühren.

Den ersten Haselnussboden auf eine Tortenplatte legen und mit einem Tortenring umstellen. Nun 1/3 der Schokoladencreme auf dem Boden verteilen und den zweiten Boden auflegen. Wieder 1/3 der Schokoladencreme auf dem Boden verteilen und die Torte so im Kühlschrank etwa 1-2h kalt stellen.

Nach der Kühlung die Torte aus dem Tortenring lösen. Mit der restlichen Schokoladencreme den Rand dünn einstreichen und mit einem Spritzbeutel ein paar Tuffs aus der restlichen Schokoladencreme auf der Torte verteilen. Nach belieben die Torte mit gemahlenen Haselnüssen und Schokoladenornamenten dekorieren.


Natürlich kann man die Torte auch mit normalen Zucker backen. Einfach die gleiche Menge des Xuckers gegen Haushaltszucker ersetzen. Das Rezept für den Haselnussboden habe ich aus dem Buch "Das Low-Carb-Backbuch", welches sich mit solchen Backalternativen beschäftigt.

Was haltet ihr denn von dem Thema Backen mit Alternativen Zutaten? Habt ihr selber schon damit Erfahrungen gemacht?

Wir sehen uns, wenn es wieder heißt:

Die Küchenflüsterin über die süßen Seiten des Lebens ;-)
 

Kommentare:

  1. Liebe Maria,
    backen ohne gewöhnliches Weizenmehl kenne ich bei uns in der Familie schon länger, da wir Allergiker in der Familie haben. So bäckt meine Tante z.B. eine Mandeltorte, deren Boden komplette ohne Mehl auskommt. Oder eine Buchweizentorte. Für den Diabetiker in der Familie muss dann auch eine zuckerfreie Alternative auf den Tisch. Ich selber habe mich aber noch nicht an Zuckeraustauschstoffe gewagt. Durch das Perfekte Dinner Spezial mit Foodbloggern, habe ich dann auch mal mehr über dieses Thema gelesen, aber dort schien die Low-Carb-Küche bei den Konkurrenten ja nicht so gut anzukommen. Xylit z.B. kommt ursprünglich auch in der Natur vor, im Gegensatz zu dem Süßstoff Aspartam, vor dessen Verzehr ja immer mehr gewarnt wird, da er gesundheitlich bedenklich sein soll. Und Stevia Produkte aus dem Supermarkt, sollen ja alles andere als Low-Carb sein. Ich finde das Thema sehr spannend, wie man merkt, bin schon sehr gespannt auf deine kommenden Beiträge.
    Liebe Grüße
    Carola

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    1. Hallo Carola,

      Es freut mich das das Thema auf offene Ohren stößt. Süßstoffe habe ich aus meiner Aufzählung absichtlich heraus gelassen, da ich auch ein absoluter Gegner von Aspartam, Saccharin und Co. bin und selber auch viele Studien über die bedenkliche Wirkung dieser Süßstoffe gelesen habe. Ich verwende nur natürliche,unbedenkliche Zuckeraustauschstoffe.

      Stevia wird häufig mit Zucker gemischt. Das hat zwar am Ende weniger Kalorien und Zucker als purer Zucker, aber Zucker ist trotzdem noch enthalten.

      Viele Grüße,
      Maria

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  2. Hallo Maria,
    ich freue mich, dass endlich mal jemand mit Xucker experimentiert:-)
    Ich selbst benutze es schon länger und habe unter anderem mit meinem Käsekuchen ohne Boden sehr gute Erfahrungen damit gemacht und verwende Xucker auch für Puddings usw.
    Schön, dann mach mal weiter und halte uns/mich auf dem Laufenden.
    LG,
    Claudia, die sich heute besonders freut

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  3. Hallo Maria,
    vielen Dank für das tolle Rezept. Ich probiere immer mal wieder mit Stevia zu arbeiten. Finde es aber äußerst schwierig zu dosieren und wie du schreibst fehlt es an Volumen. Mit Xucker habe ich noch nie gearbeitet. Also guter Tipp. Danke.
    Freue mich auf deine nächsten Rezepte. Vielleicht was Weihnachtliches?

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  4. Hallo Maria,

    ich habe eine große Dose Xucker bei mir stehen, hatte sie aber hauptsächlich als Zahnpflegeprodukt gekauft. :) Karies soll damit eingehen, weil sich die Bakterien die Wänste vollschlagen, es aber dann nicht nutzen können und somit satt verhungern. Aber so richtig rangetraut habe ich mich noch nicht. *g*

    Ich mag Austausch und Alternativen, bewege mich da aber eher in dem Bereich, Tierprodukte auszutauschen - Sahne gegen Soja-, Hafer- und Reissahne, Eier gegen Bananen oder Sojamehl und solche Dinge. Ich bin keine Veganerin, versuche aber, mit möglichst wenig Tierischem auszukommen und bin daher auch für anderen Austausch immer offen. Denn es hat mich doch sehr erstaunt, wie gut so etwas funktioniert, wenn man vorher dachte, es gut NUR auf einem Weg.

    Mit Mehl beschäftige ich mich gerade theoretisch. Mal sehen, wann ich in die Praxis übergehe. Das Thema ist auf jeden Fall sehr spannend, daher finde ich das natürlich super, dass du damit nun experimentierst.

    Liebe Grüße,
    Meike

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    1. Hallo Meike,

      Genau ich habe auch gelesen, dass man damit eine Mundspülung machen kann um Karies vorzubeugen. Es ist also eine Zahnfreundliche Torte. Da freut sich doch jeder Zahnartz.

      Danke für die Anregung. Ich versuche auch in diesem Bereich (ohne tierische Produkte) mal etwas zu kreiieren.

      Viele Grüße,
      Maria

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  5. Ich sitze hier in der Mittagspause beim Surfen am PC und mir läuft gerade das Wasser im Munde zusammen! Es ist ein sehr tolles Rezept, das ich bestimmt mal ausprobieren werde :-)

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  6. Hallo Maria,
    schon oft haben wir uns persönlich über unsere Erfahrungen ausgetauscht. Heute habe ich mal wieder hier vorbei geschaut und die Torte sieht so toll aus!!! Vielen Dank auch für den Buchtipp.

    VG und mach weiter so
    Sandra

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  7. Klingt sehr spannend und für den Teil der Familie, für den das wirklich entscheidend ist (Stichwort Diabetes) werde ich das mal ausprobieren!

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  8. Besteht die Möglichkeit den Xucker 1:1 durch normalen Zucker zu ersetzen? Die Torte klingt lecker - aber gerne würde ich sie mit normalem Zucker backen.

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    1. Hallo,

      Ja klar das habe ich ja unter dem Rezept geschrieben. Man kann auch die gleiche Menge Zucker verwenden.

      Viele Grüße,
      Maria

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  9. Hallo Maria,
    Äich freu mich auf viele weitere LC Rezepte.
    Hab auch schon bei soulfood LowCarberia gestöbert (toll, bei mir um die Ecke) und ich werd mich jetzt mehr mit dem Thema beschäftigen.
    Auch wenn ich nicht ganz auf LC umsteigen will so werd ich doch versuchen ein paar Sachen zu ändern (Xucker nehmen z.B.)
    Und mal bei Jamin im Laden vorbei schauen ;-)

    Und mit dem tollen schoko Haselnuss torten Rezept brauch ich auch auf Kuchen nicht verzichten!,
    Viele Grüsse
    Tanja

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    1. Hallo Tanja,

      Da hast du recht. Man muss kein Low Carbler sein um diese Rezepte auszuprobieren. Aber man kann sich einfach mal Gedanken über seinen Zuckerkonsum machen und einige Bereiche umstellen. Das hilft dem Körper auch schon =)
      Außerdem sind die Torten sooo lecker!

      Liebe Grüße,
      Maria

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Viele Grüße,
Maria