Oft werde ich von euch nach Standardrezepten gefragt die man für Motivtorten verwenden kann, oder womit ihr eure Torten einstreichen könnt.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass ihr eigentlich fast jede "normale" Torte zu einer Motivtorte machen könnt, wenn ihr 2 Dinge beachtet:
1. Statik
2. Versiegelung
Zum Punkt 1 ist zu sagen, dass ihr immer darauf achten müsst, wie schwer eure Deko ist und ob dies eure Füllung aushält. Ein normaler Rührkuchen, den ihr mit Buttercreme einstreicht und mit Fondant eindeckt, hält eigentlich alles aus. Da könnt ihr eine riesige Figur draufsetzen und alles hält. Habt ihr nun aber eine Schwarzwälder Kirschtorte unten drunter mit einer 5cm hohen Sahneschicht, dann würde ich vorsichtig mit schwere Figuren sein, denn dann kann es euch passieren, dass das Gewicht der Fondantdecke und der Figur die Füllung an den Seiten herausdrückt.
Was heißt das? Cremeschichten möglichst dünn halten, dann wird die Torte stabiler. Bei sehr schwerer Deko möglichst auf Füllung verzichten.
Gute Statik, da viele dünne Sahneschichten
Kommen wir zum Punkt 2. Wie viele von euch wissen ist es sehr sehr wichtig, dass Fondant nicht mit Füllungen, die aus Quark, Sahne, frischen Früchten etc. bestehen in Berührung kommen. Diese Füllungen enthalten einen hohen Anteil an Flüssigkeit, sodass der Fondant beginnt sich aufzulösen. Daher ist es wichtig, dass ihr euren Kuchen versiegelt bevor ihr ihn eindeckt. Das funktioniert wunderbar mit Buttercreme, Ganache oder Marmelade. Mehr zum Thema: "Welche Buttercreme ist geeignet?" könnt ihr hier unter dem Punkt "Buttercreme ist nicht gleich Buttercreme" nachlesen.Außerdem bewirkt die Versiegelung eine glatte Oberfläche, sodass ihr nach dem Eindecken ein schöneres Ergebnis habt.
Gute Versiegelung, da die Sahne NICHT den Fondant berührt
Wunderrezept
(für eine 26er Form oder 24 Cupcakes)
Ich liebe das Wunderrezept. Der Teig ist viel saftiger als normaler Biskuit (der bei mir immer nur trocken wird und sich schlecht aufschneiden lässt), man braucht nicht so viele Eier und er lässt sich wunderbar aufschneiden. Außerdem ist das Rezept durch den Einsatz verschiedener Flüssigkeiten sehr wandelbar.
Man hat hier die Wahl zwischen verschiedenen Flüssigkeiten. Ich bevorzuge "cremige Flüssigkeiten", wie Buttermilch, Eierlikör, Joghurt u.s.w. Grundsätzlich könnte man auch Fruchtsäfte nehmen, aber damit habe ich geschmacklich nicht so große Erfolge gefeiert.
Ihr könnt aus dem Wunderrezept auch einen Schokoteig machen. Fügt einfach 2El Backkakao und 2El mehr Flüssigkeit hinzu.
4 Eier
200g Zucker
200ml Flüssigkeit
(Naturjoghurt, Eierlikör, Buttermilch, Baileys etc.)
200ml Öl
300g Mehl
1Pck. Backpulver
Eier und Zucker schaumig schlagen. Abwechselnd die Flüssigkeit und das Öl unterrühren. Das Mehl und Backpulver mischen und dazu sieben.
Den Teig in eine Springform geben und bei 180°C etwa 35-40 Minuten backen.
Bei einer 26 Springform wird der Kuchen etwa 6-7cm hoch und lässt sich gut 3 mal waagerecht aufschneiden.
Bei der Herstellung von Cupcakes reduziert sich die Backzeit auf etwa 20 Minuten.
Ganache
Ganache benutze ich fast immer um meine Torten zu versiegeln. Sie ist schnell hergestellt und lässt sich wunderbar verarbeiten. Man kann Ganache auch als Füllung verwenden.
Für Ganache sollte man Kuvertüre (aus dem Backregal) verwenden. Normale Schokolade hat einen zu hohen Zuckeranteil und ist daher weniger geeignet.
200ml Sahne
Kuvertüre nach Wahl:
300g Vollmilchkuvertüre
400g Weisse Kuvertüre
200g Zartbitterkuvertüre
Die Sahne erhitzen (ich mache das immer schnell in der Mikrowelle). Die Kuvertüre hacken und in die heiße Sahne geben. Ab und zu rühren, bis sich die Schokolade vollständig gelöst hat.
Nun müsst ihr die Ganache über nacht ziehen lassen. Am besten in einem kühlen Keller oder im Kühlschrank. Anschließend schlagt ihr die Ganache mit einem Handrührgerät auf.
Wer keine Zeit hat (wie ich meistens) stellt die Ganache zum Abkühlen eine halbe Stunde in den Gefrierschrank und schlägt sie dann auch. Schaut ab und zu mal nach, dass sie nicht zu fest wird.
Schokoladen Buttercreme
Diese Buttercreme eignet sich auch hervorragend um Torten einzustreichen und den Fondant vor der Füllung zu schützen, auch wenn ihr Sahne enthalten ist. Da der Anteil Sahne hier sehr gering ist, ist die Buttercreme Fondanttauglich.
Diese Menge reicht um eine Torte einzustreichen. Ich verwende diese Buttercreme auch immer für meine Cake Pops.
75g Zartbitterschokolade
50ml Sahne
100g weiche Butter
20g Puderzucker
Die Schokolade grob hacken. Die Sahne erhitzen und über die gehackte Schokolade gießen. So lange verrühren, bis eine gleichmäßige cremige Schokomasse entstanden ist.
Die weiche Butter mit dem Puderzucker schaumig schlagen und unter die Schokomasse heben.
Lieblingsschokoladenkuchen
(für eine 26 Springform oder 24 Cupcakes)
Das ist mein Lieblingsschokokuchen. Er ist sehr schokoladig und fluffig. Meine Freunde nennen ihn liebevoll den "SchokoSchokoSchokoKuchen" - Ich denke das spricht für sich.
In einer Springform wird der Kuchen etwa 5-6 cm hoch und lässt sich etwa 2-3 Mal waagerecht aufschneiden.
165g weiche Butter
300g Zucker
Vanillemark oder Extrakt
3Eier
260g Mehl
5g Backpulver
1 Teelöffel Natron
70g Kakaopulver
250 ml Buttermilch
Für den Schokoteig Butter und Zucker schaumig rühren. Die Eier nach und nach dazu geben. Vanille unterrühren. Nun Mehl, Backpulver, Natron und Kakao mischen und zum Teig sieben und die Buttermilch dazu geben. Alles gut verrühren.
Den Teig in eine Springform füllen und bei 180°C etwa 40-45 Minuten backen. Stäbchenprobe! Bei der Herstellung von Cupcakes reduziert sich die Backzeit auf etwa 20 Minuten.
Sachertorte
nach Oma Buchholz
Sachertorte ist ein Klassiker der Motivtortenbäckerei. Sie eignet sich besonders, wenn man mal eine Torte vorbereiten möchte, da sie mehrere Tage zum ziehen braucht.
Man kann die Torte laut Rezept bis zu 7 Tage ziehen lassen. Aber das habe ich mich bis jetzt nicht getraut, immerhin ist es ein Lebensmittel. Ich habe sie bis jetzt höchstens 4 Tage ziehen lassen.
200g weiche Butter
200g Puderzucker
1Tl Vanilleextrakt
200g dunkle Schokolade
8 Eier
200g Mehl
3TL Kakao,
1 Prise Salz
1Tl Backpulver
150g Marillenmarmelade
(alternativ: Quittengelee o.ä.)
200ml Sahne
200g dunkle Kuvertüre
Eier trennen.
Butter, Zucker und Vanilleextrakt schaumig rühren und nach und nach die Eigelbe unterziehen.
Schokolade vorsichtig im Wasserbad schmelzen, nicht zu warm werden lassen, und abgekuehlt unter die Butter-Zuckermischung rühren.
Eiweiss zu festem Schnee schlagen und abwechselnd mit dem mit Kakao, Backpulver und Salz vermischtem Mehl unterheben.
Den Teig in eine Springform füllen und bei 200°C etwa 45 Minuten backen.
Den ausgekühlten Kuchen waagerecht aufschneiden und mit dem Gelee bestreichen.
Die Sahne in einem Topf erhitzen. Die Kuvertüre grob hacken und in der Sahne auflösen. Die Sahne sollte dabei nicht mehr auf dem Herd stehen.
Die entstandene Ganache abkühlen lassen und anschließend die Sachertorte damit einstreichen. Die Torte 3-5 Tage ziehen lassen.
Rollfondant
(Rezept nach Betty's Sugardreams)
Oft werde ich nach einem Rezept für Rollfondant gefragt. Früher habe ich ihn nach diesem Rezept hergestellt. Eine bebilderte Anleitung zur Herstellung von Fondant findet ihr hier.
Mittlerweile kaufe ich den Fondant aber um Zeit zu sparen und weil die Qualität des gekauften Fondants einfach besser ist. Ich greife je nach Verfügbarkeit zu Callebaut oder Satin Ice.
1 Pck. Gelatine
60 ml Wasser
120 ml Glukosesirup
1 TL Glycerin
1/2 TL Zitronensäure
1 Prise Salz
1kg Puderzucker, gesiebt
Die Gelatine in einer Schüssel im Wasser einweichen und quellen lassen, anschließend in der Mikrowelle vorsichtig auflösen (Bei 600 Watt zwei mal 30 Sekunden). Nun den Glukosesirup, das Glycerin, die Zitronensäure und das Salz dazugeben.
Ungefähr 2/3 des Puderzuckers in eine große Schüssel sieben und die Gelatine-Mischung dazugeben.
Nun muss alles gut vermischt werden, das mache ich mit den Knethacken meines Handrührgerätes. Es entsteht eine weiche Zuckermasse.
Den restlichen Puderzucker auf die Arbeitsplatte sieben und den Fondant aus der Schüssel darauf legen, durch Kneten den Puderzucker unterarbeiten.
Der fertige Fondant muss luftdicht verpackt werden. Also erst in Frischhaltefolie einwickeln und dann in eine Frischhaltedose legen oder in einer Frischhaltetüte verpacken. Der Fondant muss nun einen Tag im Kühlschrank ruhen, dann kann er verwendet werden. Der Fondant hält sich cirka 4 Monate gut verpackt im Kühlschrank oder im Gefrierschrank.
Modelierfondant
(für 500g)
Modelierfondant nutzt man um Figuren zu formen, da er mehr Stabilität und Festigkeit hat, schneller austrocknet und dabei die Form behält.
500g Fondant
1Tl CMC
Einfach beides verkneten und mindestens 4h durchziehen lassen.
Schokoladenfondant
Schokoladenfondant ist eine super Sache - schmeckt und riecht nämlich phantastisch. Lässt sich auch leicht herstellen, aber nicht so leicht verarbeiten.
Eine bebilderte Anleitung findet ihr hier.
100g Schokolade
50g Glukose
500g Gelatinefondant
Zunächst die Schokolade hacken. Im Wasserkocher habe ich Wasser heiß gemacht. Nun das heiße Wasser in eine Schüssel geben. Die gehackte Schokolade in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Clip gut verschließen. Die "Schokoladentüte" in das heiße Wasser legen, bis die Schokolade vollständig geschmolzen ist.
Wenn die Schokolade geschmolzen ist, die Tüte öffnen und die Glukose dazu geben.
Die Tüte wieder gut verschließen und durchkneten, damit sich die Glukose mit der Schokolade verbindet.
Nun die Schokoladenmasse über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
Am nächsten Tag die "Schokoladen-Rohmasse" aus der Tüte schneiden und gut durchkneten. Wenn das kneten schwer fällt, weil die Masse so hart ist, dann einfach ein paar Sekunden in der Mikrowelle erwärmen.
Wenn die Masse weich geknetet ist, dann den Fondant weich kneten. Nun die Schokoladenmasse mit dem Fondant verkneten und fertig ist der Schokoladenfondant.
Royal Icing
Royal Icing kann man benutzen um Kekse zu dekorieren, um Torten mit filigranen Malereien zu verzieren oder auch um Fondantteile aneinander zu kleben.
frisches Hühnereiweiß
Puderzucker
Ich habe die Kekse mit Royal Icing dekoriert. Dafür schlägt man ein Eiweiß steif und gibt soviel Puderzucker dazu, bis die gewünschte Konsistenz entsteht.
Also wenn man den ganzen Keks mit dem Icing glasieren möchte, dann muss das Icing weicher, fließfähiger sein. Und wenn man mit dem Icing etwas schreiben oder den Rand auf den Keks malen möchte,dann muss das Icing fester, zäher sein.
Das Icing kann man nach belieben mit den verschiedensten Farben einfärben.
Zuckerkleber
Zuckerkleber braucht man um verschiedene Fondantteile aneinander zu kleben.
100 ml abgekochtes, lauwarmes Wasser
1Tl CMC
Wasser abkochen und auskühlen lassen. Das CMC dazugeben und unterrühren.
Es dauert ein paar Stunden bis sich das CMC komplett aufgelöst hat, der Kleber wird dann ganz klar und hat eine zähflüssige Konsistenz.
Den Kleber am besten in einem verschließbaren Glas im Kühlschrank aufbewaren.
Das sind alle meine Lieblingsrezepte, die ich häufig für Motivtorten benutze. Ich hoffe ich konnte euch damit ein bisschen weiterhelfen und Licht in manchen dunklen Keller bringen.
Falls ihr noch allgemeine Fragen zu Motivtorten habt, dann schickt mir diese bitte noch bis morgen, denn dann werde ich alle Fragen in einem Motivtorten FAQ beantworten.
Ich wünsche euch ein zauberhaftes Wochenende.
Wir sehen uns morgen, wenn es wieder heißt:
Ich bin dann mal kurz in der Küche ;-)