Mittwoch, 21. November 2012

Die LISA Küchenflüsterin über die süßen Seiten des Lebens - Amerikaner mit Orange und Pistazie

Oft werde ich zum Thema Vanille befragt. Wieviel Vanilleextrakt ist eine Vanilleschote? Wieviel Vanillepulver entspricht ein Teelöffel Extrakt? Kann ich anstelle von Vanillemark auch Vanilleextrakt benutzen?
Mal ganz ehrlich? Das ist völlig egal! 

Wenn man Vanille in einen Kuchenteig gibt, dann verfolgt man das Ziel, das der Teig wunderbar nach Vanille duftet und herrlich danach schmeckt. Vanille - die Königin der Gewürze - macht einfach jeden Kuchen zu einem Kunstwerk.
Ob ich nun Vanilleextrakt, Vanillepulver, geriebene Vanille oder frisches Vanillemark hinzufüge ist völlig egal. Die Hauptsache ist, das man ein gutes Vanilleprodukt verwendet und keine künstlich hergestellten Vanillearomen.

Und wieviel Vanille gibt man nun in den Teig? Nach belieben! Je nach Teigmenge könnt ihr völlig frei entscheiden, wieviel Vanille in den Teig kommt. Ihr möchtet, dass der Teig nur leicht nach Vanille schmeckt, dann gebt ihr etwas weniger Vanille dazu. Wenn er intensiv nach Vanille schmecken soll, wie z.B. bei Vanillekipferl dann gebt ihr mehr hinzu.
Ob ihr nun ein Teelöffel Extrakt mehr in den Teig gebt oder einen Teelöffel weniger, das hat kaum Auswirkung auf die Konsistenz oder das Backverhalten des Teiges. Vanillig soll es schmecken und das ist die Hauptsache!

Aber warum gibt es denn dann so viele verschiedene Vanilleprodukte? Extrakt, Pulver, Mark, Zucker...da blickt doch keiner durch, oder?
Bei den verschiedenen Produkten geht es nicht um den Geschmack, denn nach Vanille schmecken sie alle, sondern es geht hauptsächlich um den Verwendungszweck:

Vanillezucker: Hierbei handelt es sich um Zucker der (im besten Fall) mit gemahlener Vanille versetzt ist. Achtet beim Kauf darauf, das hier kein Aroma enthalten ist. Mit dem Vanillezucker kann man schnell und einfach Kuchen oder Getränke süßen und somit mit Vanille verfeinern.

Vanilleextrakt: Hier ist die Vanille "verflüssigt" wurden, d.h. das Extrakt hat eine flüssige Konsistenz. Daher eignet es sich natürlich hervorragend um etwas Flüssiges (Getränke, Desserts, Puddings, Eismassen etc.) zu aromatisieren, da es sich sehr gut auslöst und verteilt. Außerdem ist Vanilleextrakt meistens auch länger haltbar als frische Vanille. Hier wird natürlich bei Zugabe auch gleich mit gesüßt.

frisch ausgekratztes Vanillemark: Eignet sich für alle Verwendungsbereiche gut. Vanillemark löst sich allerdings gerade in Flüssigem (z.B. im Gelee beim Marmelade kochen) unregelmäßig auf - hier muss man ordentlich rühren! Das Mark aus einer Vanilleschote ist natürlich die frischste Variante (wenn die Schote frisch ist), daher ist natürlich ihre Haltbarkeit auch beschränkt.

Vanillepulver: Wird meist aus getrockneten Vanilleschoten hergestellt. Hier werden die Schoten zu einem Pulver verarbeitet. Das Pulver löst sich überall gut auf und eignet sich natürlich wunderbar um es in trockenen Zutaten aufzulösen, z.B. wenn man eine Backmischung im Glas herstellen möchte.


Vor Kurzem habe ich die Vanillemühle von Dr. Oetker für mich entdeckt. In dieser kleinen Mühle finden sich getrocknete Vanillestücke, die durch das Drehen der Mühle gemahlen werden, wie bei einer Pfeffermühle. Die gemahlene Vanille eignet sich natürlich auch wunderbar um Teige, Getränke oder ähnliches zu Aromatisieren. Schön finde ich hier, das sie super schnell Einsatzbereit ist. 

Wichtig bei allen Vanilleprodukten ist, das man hochwertige Produkte verwendet und keine die mit Aromen oder ähnlichem versetzt sind.

  
Letztens habe ich leckere Amerikaner gebacken in die auch leckere Vanille gehört. Ich habe gleich zu meiner Vanillemühle gegriffen, weil es mal wieder schnell gehen musste. Verfeinert habe ich die Amerikaner mit etwas frischem Orangenabrieb und Pistazien. So lecker kann Vanille schmecken ;-)


Amerikaner mit Orange und Pistazie
(für etwa 20 kleine Exemplare)

Für den Teig:
150g weiche Butter
125g Zucker
etwa 1/2Tl geriebene Vanille 
(oder frisches Vanillemark, oder etwas Extrakt, oder eine Messerspitze Vanillepulver oder oder oder)
1 Prise Salz
2 Eier 
1TL abgeriebene Schale einer Bio-Orange
300g Mehl 
2TL Backpulver
5EL Milch

Für die Glasur:
150 g Puderzucker
ca. 2EL frisch gepresster Orangensaft
gehackte Pistazien

Für den Teig die Butter mit dem Zucker und Salz schaumig schlagen. Ein Ei nach dem anderen unterrühren. Anschließend die Orangenschale dazu geben. Mehl und Backpulver mischen und mit der Milch unter den Teig arbeiten. 
Den Backofen auf 180° Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech
mit Backpapier auslegen. Mit einem Esslöffel (besser geht es mit einem Eisportionierer) Häufchen auf dem Backpapier verteilen, dabei ausreichend Abstand lassen, da der Teig beim Backen auseinanderläuft. 
Im Ofen in ca. 15 Minuten goldgelb backen. Achtet darauf, dass die Amerikaner nicht zu dunkel backen, da sie sonst trocken werden!


Für die Glasur den Puderzucker mit Orangensaft glatt rühren.
Die noch heißen Amerikaner auf der glatten Seite damit bestreichen und mit den Pistazien bestreuen. Den Guss trocknen lassen.


Das Ursprungsrezept stamm aus meinem derzeitigen Lieblingsbuch "Backschätze - Rezepte für die Seele". Ich habe es nach meinen Wünschen geändert. 


Und nun müssen diese kleinen Leckereien, die auch super zum mitnehmen sind, nur noch vernascht werden - Lecker!

Ich wünsche euch noch eine schöne Woche.

Wir sehen uns, wenn es wieder heißt:

Die LISA Küchenflüsterin über die süßen Seiten des Lebens ;-)


Kommentare:

  1. Die Vanillemühle habe ich am Wochenende auch bei Penny (Eigenmarke Puda) gesehen, ausgesehen hat Sie wie die von Dr. Oetker (und ich gehen mal fast davon aus das Sie das auch war)und die war eine ganze Ecke günstiger als die "Originale" ;-)

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  2. Danke Lisa für das leckere Rezept. Werde ich sicherlich mal ausprobieren. Meinen Vanille-Zucker machen ich mir immer selbst und weil ich durchs Destillieren immer eine Menge brauche, kaufe ich die Vanillestangen im Kilo. Sind dann wesentlich günstiger. Der selbstgemacht Vanille-Zucker ist auch ein schönes Mitbringsel http://mm-creative.blogspot.de/2012/10/vanille-zucker-im-glas.html und das Hydrolat benutze ich zum Beduften, für meine Kosmetik aber auch um es z. B. in einen Nachtisch zu geben oder in Tee http://mm-creative.blogspot.de/2012/09/vanille-hydrolat.html
    Internette vanillige Grüße
    Myriam

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  3. Sieht absolut köstlich aus... Amerikaner hab ich noch nie selbstgemacht, glaub das probier ich bald mal :)

    LG,
    Ela

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  4. Also den Vanille-Artikel hätte ich schreiben können :-) Ich benutze kein Vanillezucker, sondern entweder frisch ausgekratzte Vanille oder - wie auf deinem Foto gezeigt, diese Gewürzmühle - die hab ich grad im Supermarkt erstanden. Tolle Sache. Ab und zu kommen auch ein paar Tropfen ätherisches Vanilleöl in den Kuchenteig, aber nur, wenn ich grad nichts anderes zur Verfügung habe. -ich hab grad ´ne Ladung Kekse gebacken. lecker lecker.
    LG Heidi

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  5. Die Mühle ist toll steht bei uns immer Griffbereit, kommt meist auf den Kakao.
    Wir lieben Vanille, Ich hab immer Schoten zuhause und ein ganz tolles Vanillegranulat das ich mal auf einem Markt entdeckt habe.
    Schöner Beitrag ... man lernt immer was dazu ;)

    Liebe Grüße Kerstin

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  6. Hallo Maria,

    die Vanille Mühle von Dr. O. Habe ich mir vor drei Wochen gekauft, die ist wirklich klasse. Gestern habe ich für meine Weihnachtskörbe selbstgemachten Vanillezucker hergestellt. Auf 200g Zucker habe ich immer eine frische Vanilleschote ausgekratzt und gut vermischt. Jetzt müssen die Gläser noch schön dekoriert werden, aber bei uns hat Magen-Darm zugeschlagen, deshalb muss das noch ein bisschen warten.

    LG Anita

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  7. Hach, passendem Thema Vanille, ist heute mein Gewinn mit dem Vanille Paket angekommen. Herlicher Duft strömte aus dem Paket . Ganz toll, danke noch einmal dafür.

    LG anita

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  8. Hallo habe die Amerikaner gerade gebacken super weich und ich denke sie werden heute zum Kaffee wunderbar schmecken. Ich liebe Amerikaner :-)Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir.! :-)

    Lg Nicole

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  9. Ich hätte da mal eine Frage an die Vanillemühlenbesitzer:
    Ist das Teil wiederbefüllbar? Getrocknete Schoten fallen bei mir oft an und ich finde es zu schade, diese wegzuwerfen.

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    1. Hallo,

      Ja die Mühle ist wiederbefüllbar!

      Viele Grüße,
      Maria

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  10. Vanillezucker mache ich immer selbst: einfach ein Döschen mit Zucker füllen und eine (schon ausgekratzte) Vanilleschote hineingeben. Der Zucker nimmt wunderbar das Vanillearoma an. Ich fülle immer wieder Zucker nach und tausche immer die Schote aus, wenn ich mal wieder eine ausgekratzt habe. so habe ich immer Vanillezucker im Haus.

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  11. Auch ich war begeistert über diese Vanillemühlen (Dr. Oetker/Puda), aber hier handelt es sich um teure Einwegprodukte, denn es gibt kein Nachfüllpack, bestätigt von Dr. Oetker. Das ist eine Schande und sollte vom Markt genommen werden!!!Oder die Firmen sollten Nachfüllpackungen herausbringen und nicht, dass ich diese ggf. teuer über das Internet bestellen muss.
    Eine sehr aufgebrachte Verbraucherin, die zukünftig wieder auf die alten Schoten zurückgreift. Den Verbraucherschutz habe ich ebenfalls über diese Verschwendung informiert.

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    1. Hallo,

      Also ich weiß ehrlich gesagt nicht wozu man eine Nachfüllpackung bräuchte? Die Mühle kann man ganz einfach aufschrauben und befüllt ist sie mit klein geschnittenen, getrockneten Vanilleschoten. Wenn meine Mühle alle ist, schneide ich einfach eine (vorher getrocknete) Vanilleschote in Stücke und fülle dies in die Mühle. Vanilleschoten gibt es in jedem Supermarkt. Ich nutze die Mühle so schon sehr lange.

      Viele Grüße,
      Maria

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Maria